Spanferkel

Spanferkel, außen knuprig, innen saftig, Generationsrezept

September 06 , 2016 by: mrnicefood Grillporn

Du erwartest am Wochenende 30 Leute,

willst nicht schon wieder „normalo“ Grillen oder eine Gyrossuppe präsentieren? Dann habe ich eine Knaller für dich: Spanferkel! Das begeistert total, ist irre Männlich und schmeckt mega lecker. Wie es geht? Zeige ich dir:

 

Vorweg nehmen möchte ich, dass es sich um ein traditionelles Rezept meiner Familie handelt. Ich kann mich noch gut an meine Kindestage erinnern, wenn es Spanferkel gab. Die ganze Familie war da, Opa und mein Vater haben das Schwein gegrillt, es war irre knusprig, wir Kinder haben uns von Schwarte ernährt. Es wurde getrunken, gegessen und gelacht. Ein Rezept aus Kindestagen. Gerne lasse ich euch daran teilhaben, denn es ist ein Rezept ohne Rubs, ohne Fertiggewürzmischung. Also so, wie es vor schon 60 Jahren gemacht wurde. Oldschool halt.

 

 

Du benötigst:

Auf jeden Fall ein Spanferkel. Da diese Zutat das wichtigste ist, möchte ich speziell darauf eingehen. Wir haben unser Spanferkel von einem Landschlachter geholt. Dieser verlangte 4,00€ pro Kilogram. Dieser Wert ist sicherlich als Mittelwert zu nehmen. Ich denke zwischen 4-7€ je kg sollte in Ordung sein. Wichtig ist, dass ihr den Betrieb kennt. Dass das Schwein aus guter Haltung kommt, gesund ist etc. setze ich natürlich vorraus. Wir hatten ein 30kg Schwein, welches nach Schlachtung ca. 24 kg hatte. Der Schlachter hat es für uns ausgenommen und die Haare entfernt. Wichtigste Zutat steht.

Grill: Diesen kann man sich bei z.b. Ebay Kleinanzeigen oder sogar beim Schlachter ausleihen, einfach mal nachfragen.

Kohle: Hier ist es dir überlassen, ob du Brikettes oder Holzkohle benutzt. Wir haben Holzkohle genutzt, und hatten (zur Not) 70kg. Es wurde keine 30 benötigt, aber sicher ist sicher. Das hängt mit dem Grill zusammen, wir hatten die geschlossene Variante, wenn ihr einen offenen Grill habt geht DEUTLICH mehr an Kohle da durch, weil der Wind euch die Kohle wegglüht. Auch das Wetter spiel eine Rolle. Wenn es Windstill ist brauchst du wenig, bei starkem Wind geht richtig was an Kohle durch.

Zutaten:

3x Sud a´15 Liter Wasser mit folgendem Inhalt:

15gr. Tymian

15gr. Oregano

20gr. Rosmarin

40gr. Wachholderbeeren

41gr. Pfefferkörner

34gr. Senfkörner

12 gr. Piment

9 Stk Nelken

1,5kg Zwiebeln ( Ringe)

100gr. Salz
Diesen Sud Aufkochen, 15 Minuten köcheln lassen und zum Abkühlen umfüllen. Das ganze 3x durchführen, so dass 45l. Sud entstehen.

 

Am besten eignet sich für diese Rezept ein Badewanne, oder ein entsprechend großes Behältnis ( am besten aus Edelstahl). Lege eine Folie ( Reissfest) in die Wanne und lege das Schwein hinein. Übergieße das Schwein mit dem Sud ( sollte das Schwein nicht komplett bedeckt sein, mit Wasser auffüllen) und decke es mit einer neuen Folie ab. Nun kommt der haarige Teil. Das Schwein muss kühl gelagert werden. Wer also kann stellt es in einem Kühlhaus unter. Wir haben Zipper Beutel mit Wasser gefüllt und diese eingefroren. So konnte das Schwein täglich mit 36kg ( über den Tag verteilt) kühl gelagert werden. Das ist elementar wichtig. Injiziert das Schwein an den Schenkeln mit Sud.  So wird es mega saftig. Bei den heutigen Rezepten liegt das Schwein nur einen Tag in dem Sud, wir machen das anders. Der Sud gibt dem Schwein so ein tolles Aroma, es wird beim Anschnitt so mega saftig, dass einen das Wasser im Munde zusammen läuft.

Der Tag der Party:

Den Grill anheizen. Das Schwein aus dem Sud nehmen und von den Zwiebeln, Pfefferkörner etc. befreien. Danach das komplette Schwein mit Senf einreiben. Der Senf hat 2 positive Eigenschaften 1: Geschmack 2: Schützt er das Schwein vor dem Verbrennen, wie eine Sonnencreme:-)

Das Schwein muss nun aufgespießt werden. Hierzu müsst ihr schauen wie der mitgelieferte Spieß verbaut ist. Es darf sich keinenfalls um den Spieß drehen, muss also an der Schnauze, am Nacken, am Rücken und vor den Schinken gesichert sein. Ich empfehle den Bauch mit Alupapier einzuwickeln, da dieser sonst sehr viel schneller gar ist wie der Rest des Fleisches. Ca. 1 Stunde vor Ende wickelt ihr die Folie dann einfach ab. An den Schenkeln legt ihr etwas mehr Kohle auf, da die Schenkel ca. 30% mehr Zeit benötigen wie der Rest.

 

Nach ca. 4-5 Stunden sollte das Schwein eine Kerntemperatur von ca. 65 Grad haben. Jetzt kannst du den Grill nochmal richtig einheizen um eine richtig schön krosse Kruste zu bekommen. Wenn das Ziel erreicht ist ( 75-78 Grad Kerntemperatur und ein richtig tolle Kruste) kannst du es vorsichtig vom Grill nehmen, den Spieß entfernen und das Schwein tranchieren.
Leute, das ist echt lecker, lecker, lecker

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